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Die Waldeidechse
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Name Der Artname vivipara beschreibt die Fortpflanzung der üblicherweise lebendgebärenden Waldeidechse. Bis vor einigen Jahren lautete ihr Gattungsname Lacerta, nun setzt sich die Bezeichnung Zootoca zunehmend durch. Mit dieser Namensänderung wird der recht deutlichen Differenzierung der Waldeidechse von den übrigen Eidechsengattungen Rechnung getragen. Neben morphologischen Merkmalen sind hier insbesondere die geringere Anzahl von Chromosomen sowie ein komplexes System der Geschlechtschromosomen der Weibchen zu nennen.Waldeidechse ist der gebräuchlichste deutsche Name, daneben beschreiben Berg-, Wiesen- Mooreidechse dasselbe Tier, beziehungsweise dessen Lebensräume. Besonders auffallend sind der kleine Kopf, der nicht vom Hals abgesetzt ist sowie der kleine und zierliche Körper und die relativ kurzen Beine. Insbesondere bei Männchen wirkt der Schwanz im vorderen Teil kantig. Die Grundfarbe von Waldeidechsen ist braun, hinzu kommen helle und dunkle Zeichnungselemente. Die Flanken sind üblicherweise dunkler als der Rücken. Diese werden vom Rücken durch zwei sandfarbene (Parietal-) Bänder, die an den Ränder des Rückens verlaufen, abgegrenzt. Zwischen diesen beigen Bändern befinden sich drei, mehr oder minder stark aufgelöste, schwarze Linien: Auf der Rückenmitte verläuft ein dunkler Aalstrich, der insbesondere bei Männchen meist in einzelne Punkte oder Striche aufgelöst ist. An den seitlichen Rändern des Rückens sind oftmals wiederum aufgelöste schwarze Linienbänder zu finden, die von aufgelösten weißen Streifen begleitet sein können. Die Gesamtlänge von Waldeidechsen überschreitet 15 cm nur sehr selten.
![]() Waldeidechsen in ihrem Lebensraum. Aus Brehm 1922. Das „Waldeidechsen-Jahr“ beginnt Ende Februar oder im März. Dann verlassen die ersten Waldeidechsen-Männchen ihre Winterquartiere im mitteleuropäischen Tiefland. Die vorjährigen Jungtiere und die Weibchen erscheinen meist 2-4 Wochen später. Beim Auftauchen der Weibchen haben sich die Männchen bereits gehäutet und sind paarungsbereit. Die Paarungszeit erstreckt sich oftmals über den April und Mai. Ein typisches Balzverhalten ist bei der Waldeidechse nicht zu beobachten. Nach der Befruchtung halten „unsere“ Weibchen die Eier im Eileiter zurück. so dass die gesamte Embryonalentwicklung im mütterlichen Leib abläuft. Um diese zu beschleunigen, suchen die Muttertiere im Tageslauf wechselnde, kleinklimatisch besonders günstige Stellen auf. Je nachdem, wie gut ihnen das gelingt, liegt die Tragzeit zwischen fünf Wochen und drei Monaten. So gilt die Waldeidechse in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern als gefährdet und in Hessen und Rheinland-Pfalz als potentiell gefährdet. Für Baden-Württemberg ist eine Gefährdung anzunehmen, der Status aber unbekannt (Quellen Rote Liste). Die weitere Bestandswicklung sollte sorgsam beobachtet werden. Das Fehlen der Waldeidechse zeigt oft auch den kompletten Verlust ungenutzter Landschaftselemente an, ein guter Grund mehr, sich für den Schutz von Waldeidechsen und ihren Lebensräumen einzusetzen.Verwendete und weiterführende Literatur Brehm, A. (1922): Brehms Tierleben. Kriechtiere. - Leipzig (Bibliographisches Institut).Glandt, D. (2001): Die Waldeidechse. - Bochum (Laurenti). Günther, R. & W. Voelkl (1996): Waldeidechse - Lacerta vivipara - In: Günther, R. (Hrsg.): Die Amphibien und Reptilien Deutschlands. - Jena (Gustav Fischer): 588-600.
Mayer, W. & W. Bischoff (1996): Beiträge zur taxonomischen Revision der Gattung Lacerta (Reptilia: Lacertidae), Teil 1: Zootoca, Omanosaura, Timon und Teira als eigenständige Gattungen. - Salamandra 32 (3): 163-170.
Tagungsbeiträge zur internationalen Waldeidechsen-Tagung vom 17. bis 19. November 2006 in Bonn: „ Die Waldeidechse (Lacerta (Zootoca) vivipara) Evolution, Ausbreitungsgeschichte, Ökologie und Schutz der erfolgreichsten Reptilienart der Welt “ . -
Zusammenfassungen der Vorträge und Poster |
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