| Reptilien | Bestimmung von Reptilien | Schutz | Gefährdung | Quiz | Links | |||||||||||
| Echsen | Schildkröten | Schlangen | Literatur | |||||||||||||
| Blindschleiche | Zauneidechse | Waldeidechse | Andere | Kreuzotter | Schlingnatter | Ringelnatter | Andere | Impressum | ||||||||
| >>>STARTSEITE | |||||||
| Auf dieser Seite: | Name | Kennzeichen | Verbreitung | Lebensräume | Lebensweise | Gefährdung | Weiterlesen |
Die Schlingnatter |
![]() |
|
Name Die Schlingnatter überwältigt größere Beutetiere durch Umschlingen bzw. Erdrosseln, was einen der beiden gebräuchlichen deutschen Namen dieses Tieres erklärt. Aufgrund ihrer glatten, ungekielten Schuppen wird sie auch als „Glattnatter“ bezeichnet. Die Übersetzung des lateinischen Artnamens lautet „Österreichisches Krönchen“. Hiermit wird wohl die häufig zackenförmige und „kronenähnliche“ Zeichnung auf dem Hinterkopf und Hals beschrieben. Schlingnattern haben ein schlankes Erscheinungsbild, eine runde Pupille, glatte Schuppen, ihre Rückenzeichnung besteht häufig aus zeilenartig angeordneten Flecken. Die Grundfarbe der Tiere ist grau, braun oder rötlich. Hinterkopf, Hals und Rücken sind dunkel gemustert. Die Rückenzeichnung ist fast immer unterbrochen. Charakteristisch ist auch ein dunkler Strich, der vor oder hinter dem Auge beginnt und sich bis zum Hals hinzieht. Hinzu kommt ein dunkles Muster auf Hinterkopf und Hals. Die längste bekannte Schlingnatter brachte es auf 90 cm, die meisten werden jedoch nur 45 bis 65 cm lang.Die Körperproportionen, runden Pupillen, Zeichnungsunterschiede sowie die glatten Schuppen erlauben eine sichere Unterscheidung von der Kreuzotter. Durch das Fehlen der hellen "Mondflecke" im Nacken kann die Schlingnatter von den deutlich längeren Arten Ringel- und Äskulapnatter unterschieden werden. Die Fleckenmuster auf dem Hinterkopf und dem Rücken bleiben zeitlebens konstant. Auch die Pigmentierung der Kopfschilder ändert sich kaum. Da diese Merkmale bei verschiedenen Schlingnattern sehr unterschiedlich ausgebildet sind, eignen sie sich gut zur dauerhaften Individualerkennung. Die unten stehenden Beispielfotos zeigen Individuen aus demselben Moorgebiet:
Zur Verbreitung in Europa http://www.seh-herpetology.org/images/atlas/pdf/ophidia/coraus.pdf. In Deutschland liegt der Verbreitungsschwerpunkt der Schlingnatter in klimatisch begünstigten Regionen in Südwest- und Süddeutschland. Weiter nördlich splittert das Vorkommen mehr und mehr auf. Die Schlingnatter besiedelt eine Vielzahl offener bis halboffener Lebensräume, insbesondere strukturreiche Übergange zwischen offener und bewaldeter Landschaft sind klassische Schlingnatter-Habitate. Typische Lebensräume im sind Norden Deutschlands strukturreiche Heiden, Moor- und sonnige Waldränder mit angrenzenden Wiesen, Heiden, Brachen oder anderen geeigneten Offenländereien. Weiter südlich werden auch (Halb-) Trockenrasen, felsige „Ödländereien“ sowie Trockenmauern bewohnt. Diese und weitere Lebensräume weisen folgende Gemeinsamkeiten auf:
Schlingnattern suchen ihre Winterquartiere vergleichsweise spät auf: Frühe Tiere ziehen sich schon im September zurück, viele bleiben aber im Oktober oder noch länger aktiv. Mit dem Verlust strukturreicher Landschaften gehen auch die Lebensräume der Schlingnatter verloren. Als Ursache sind hier einerseits die Aufgabe traditioneller Bewirtschaftungsweisen (z. B. Beweidung von Magerrasen) und anderseits intensivierte Landnutzungen (Verlust von Säumen und Rainen, Aufforstungen) zu nennen. Da mit Flurbereinigungen auch Verluste von Übergangsbereichen und Sonderstrukturen einhergehen, tragen sie sozusagen „gezielt“ zu Lebensraumverlusten bei.
Weitere Informationen zur Gefährdung und zum Schutz von Reptilien Verwendete und weiterführende Literatur Brehm, A. (1922): Brehms Tierleben. Kriechtiere. - Leipzig (Bibliographisches Institut).Günther, R. & W. Voelkl (1996): Schlingnatter - Coronella austriaca -. - In: Günther, R. (Hrsg.): Die Amphibien und Reptilien Deutschlands. - Jena (Gustav Fischer): 631-647.
Podloucky, R. & M. Waitzmann (1993): Lebensraum, Gefährdung und Schutz der Schlingnatter (Coronella austriaca Laurenti 1768) im Norddeutschen Tiefland und in den Mittelgebirgslagen Südwestdeutschlands. - In: Gruschwitz, M., P. M. Kornacker, R. Podloucky, W. Völkl & M. Waitzmann (Hrsg.): Verbreitung, Ökologie und Schutz der Schlangen Deutschlands und angrenzender Gebiete. - Mertensiella 3: 59-76.
Völkl, W. & D. Käsewieter (2003): Die Schlingnatter. – Bielefeld (Laurenti).
|
|