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Schutz von ReptilienSympathieträger Krokodil. Foto Marina Blanke. |
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Alle heimischen Reptilien zählen zu den besonders geschützten Tierarten. Einige von ihnen sind zusätzlich streng geschützt. Zu diesen streng geschützten Arten zählen Schlingnatter, Äskulapnatter, Würfelnatter, Aspisviper, Zauneidechse, Mauereidechse, beide Smaragdeidechsen-Arten, Kroatische Gebirgseidechse und die Europäische Sumpfschildkröte. Sicherung der Lebensräume Da Reptilien vor allem durch Verluste und Entwertungen ihrer Lebensräume bedroht werden, stellt deren Sicherung den Schlüssel zum Reptilienschutz dar.Die Lebensräume bestehender Populationen sollten daher gesichert werden, wünschenswert sind auch Maßnahmen zur Vergrößerung bestehender Lebensräume und die Entwicklung von Habitatverbundsystemen. Reptilien bewohnen häufig Biotopkomplexe oder Übergangsbereiche zwischen verschiedenen Biotopen. Daher sollten weitere Zerschneidungen der Landschaft und Verluste von Saumbiotopen vermieden werden. |
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![]() Reptilien leben nicht nur dort, wo sie „erwünscht“ sind. Foto Ina Blanke. |
Zur Sicherung dieser Lebensräume sollten daher folgende „Standard-Lebensraum-Vernichtungen“ unterbleiben:
Oftmals stehen die Belange des Reptilienschutzes anderen berechtigten Wünschen gegenüber ( Daher stellt die Erfassung von Kriechtieren einen wesentlichen Beitrag für deren Schutz dar - sofern die Beobachtungen Entscheidungsträgern zugänglich gemacht werden. In verschiedenen Ländern werden daher Beobachtungsdaten zentral gesammelt und ausgewertet. Eine laufend aktualisierte Liste der jeweiligen Ansprechpartner ist unter http://www.amphibienschutz.de/ kontakte.htm zu finden. Kriechtiere sind nicht nur in großflächigen Kiefernforsten oder ausgedehnten Buchenwäldern, sondern vielen Waldgesellschaften zu finden. Reptilienschutz im Wald beinhaltet insbesondere die Erhaltung und Schaffung möglichst großer und gut besonnter Teilflächen. Aufgrund waldgesetzlicher Regelungen können große Lichtungen bzw. Kahlschläge nicht mehr im Rahmen forstlicher Maßnahmen geschaffen werden. Aus anderen Gründen vorhandene oder entstehende Freiflächen wie Leitungstrassen gewinnen als sozusagen letzte Lichtungen eine große Bedeutung für den Reptilienschutz. Freiflächen und ihre Randbereiche sollten entsprechend erhalten, entwickelt und geschaffen werden. Maßnahmen zum Reptilienschutz lassen sich gut in die Bewirtschaftung integrieren. Zur Schaffung möglichst großer besonnter Bereiche in Wäldern bieten sich Auflichtungen an ohnehin bestehenden Rändern und Freiflächen (Wege, Lagerplätze) sowie ineinander laufende Femel an. Vielfältig strukturierte äußere Waldränder bieten selbst dann, wenn sie im Norden der Wälder liegen, gute Lebensräume. Neben möglichst breiten und gut strukturierten inneren und äußeren Waldrändern ist auch ein geschwungener Verlauf der Bestandsgrenzen wünschenswert. Auf diese Weise werden nicht nur die Randlinien verlängert, sondern gleichzeitig auch windgeschützte Buchten geschaffen. Liegendes Totholz und etwas aus der Vegetation herausragende Stümpfe schaffen Verstecke und Sonnenplätze. Reptilien profitieren von gut durchforsteten, da lichteren, Beständen. ![]() Im Rahmen der Durchforstung geschaffener lichter innerer Waldrand in einem „Reptilienwald“.
Foto Ina Blanke. | |
| In entsprechenden Naturräumen sind Echsen und gelegentlich auch Schlangen in Hausgärten anzutreffen. Hier kann man versuchen, es den Tieren schön „wohnlich“ zu machen. Nistkästen für Reptilien gibt es aber nicht. Schade eigentlich, gegen diese hätte vermutlich niemand etwas einzuwenden. Anders sieht es da leider oft bei reptilienfreundlichen Strukturelementen wie Gestrüpphaufen, liegenden Baumstämmen und ausfaulenden Wurzeltellern aus. Diese sehen zwar nicht gerade ordentlich aus, bieten aber wichtige Sonnen- und Versteckplätze. Generell ist eine möglichst große Vielfalt gewünscht: Kurzgemähter Rasen neben der Blumenwiese, altmodische Komposthaufen, Hecken und Sträucher. Willkommen in trockenen Zeiten sind Trinkgelegenheiten in Form von Teichen, Pfützen oder eigens angebotenen Tränken. |
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| Unterirdische Verstecke für Kriechtiere werden von Mäusen angelegt, aber vielleicht schafft hier auch gartenbauliche Experimentierfreude neue Quartiere (reich an Hohlräumen, mit guter Drainage und möglichst tief). Sand oder anderer gut grabbarer Rohboden wird von der Zauneidechse, verrottendes organisches Material von der Ringelnatter zur Eiablage genutzt. Sind im Garten entsprechende Eiablagemöglichkeiten und die genannten Tiere zu finden, sollten sich dort etwaige Gelege ungestört entwickeln können. Etwa von Mai bis August wäre es daher wünschenswert, Kompost- oder Misthaufen nicht umzuschichten und die Nutzer von Sandkisten möglichst anderweitig zu beschäftigen.
Entscheidend für Reptilien ist die Vielfalt der vorhandenen Strukturen und ein gutes Beuteangebot. Entsprechend verbietet sich die Anwendung von tiertötenden Mittel (Spritzmittel, Schlagfallen) für den reptilienfreundlichen Gärtner. Von der Habitatqualität des Gartens hängt es ebenso wie von der Bestandssituation in der Umgebung ab, ob ein Garten von Kriechtieren bewohnt wird. Daher sollte der Schutz der „übrigen“ Lebensräume nicht vergessen werden (s. o.). Hier ist die kenntnisreiche und amüsante Broschüre „Reptiles in your garden - Your questions answered“ erhältlich. Verwendete und weiterführende Literatur Beebee, T. & R. Griffiths (2000): Amphibians and Reptiles. - London (HarperCollins).Blanke, I. (2004): Die Zauneidechse. - Bielefeld (Laurenti). |
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