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Name Die Blindschleiche ist keineswegs blind, ihr deutscher Name ist daher ziemlich verwirrend. Er beschreibt jedoch nicht ihre Sehkraft, sondern ihr äußeres Erscheinungsbild: Das Althochdeutsche „plint“ bedeutet blendend, unsere Echse heißt daher „blendende Schleiche“. Bezeichnungen wie Haselwurm oder Hartwurm sind nicht mehr gebräuchlich.Die Ableitung des wissenschaftlichen Namens lautet zerbrechliche Schlange. Da die Blindschleiche keine Schlange, sondern eine Echse ist, ist der Gattungsname Anguis irreführend; der Artname fragilis beschreibt dagegen zutreffend den sehr leicht abbrechenden Schwanz. Erwachsene Blindschleichen zeigen verschiedene Braun-, Grau- oder Gelbfärbungen. Ein Teil der Tiere ist zeichnungslos, andere weisen einen dunklen Streifen auf der Rückenmitte auf. Manche Blindschleichen besitzen blaue Punkte oder Flecken. Der gesamte Körper ist meist mehr oder minder stark glänzend. Die beinlosen Blindschleichen können von Schlangen durch ihre langsamere und steif wirkende Fortbewegung, die beweglichen und verschließbaren Augenlider und die kleinen Bauchschuppen unterschieden werden. Ihr Kopf ist ziemlich klein und recht hoch und geht ohne Absatz in den walzenförmigen Rumpf über. Ausgewachsene Blindschleichen können etwa einen halben Meter lang werden. Neugeborene starten dagegen mit Längen von 7-10 cm. Die Oberseite der Jungtiere ist silbergrau oder gelblich, auf der Rückenmitte verläuft eine schwarze Linie, die sich am Kopf zu einem Fleck verbreitert. | |||
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Die Blindschleiche zählt zu den am weitesten verbreiteten Reptilien Eurasiens. In Europa fehlt sie großräumig nur in Irland, im Norden Skandinaviens und Russlands, der südwestlichen Iberischen Halbinsel sowie auf den meisten Inseln des Mittelmeeres (vgl. http://www.seh-herpetology.org/images/atlas/pdf/squamata/angfra.pdf). Außerhalb Europas dringt die Blindschleiche bis ans Kaspische Meer, nach Westsibirien und in den nordwestlichen Iran vor. In Amerika kommt Anguis fragilis dagegen mit Sicherheit nicht vor; auch wenn Linné dies irrtümlich bei der wissenschaftlichen Erstbeschreibung als Herkunft seines Typusexemplars angab; dies wurde zwischenzeitig in "Schweden" korrigiert. Den vielgestaltigen Lebensräumen der Blindschleiche ist eine deckungsreiche Vegetation und ein gewisses Maß an Bodenfeuchtigkeit gemeinsam. Daneben sind Baumstubben und ähnliches als Verstecke sowie möglichst gut gedeckte Sonnenplätze notwendig. Man findet Blindschleichen häufig in Mooren, an Waldrändern und auf Waldlichtungen, aber auch in Gärten und Parks. Im März oder April verlassen die meisten Blindschleichen ihre Winterquartiere. Paarungen wurden im Mai und Juni beobachtet. Im Laufe des Sommers können trächtige Weibchen beim Sonnenbaden beobachtet werden. Die Jungtiere werden vor allem im August und September abgesetzt. Die Wurfgrößen schwanken dabei in der Regel zwischen 6 und 15 Jungtieren, es sind aber auch bis 26 Jungschleichen pro Wurf beobachtet wurden. Die Jungtiere zerreißen die dünnen Eihäute innerhalb weniger Minuten nach der Geburt durch kräftige Körperbewegungen. Wie lebendgebärende Schlangen scheinen sich die Weibchen der Blindschleiche nur in jedem zweiten Jahr fortzupflanzen. Blindschleichen ernähren sich vor allem von Nacktschnecken und Regenwürmern, an deren Zerkleinerung sie durch ihre spitzen Zähne angepasst sind. Das häufige Antreffen von Blindschleichen unter hohl aufliegenden Verstecken wird mit der Suche nach dieser Nahrung (die sich an nicht zu trockenen Orten aufhält) in Verbindung gebracht. Während die Blindschleiche als Art wohl fast jedem bekannt ist, liegt ihre Lebensweise (Sozialverhalten, Raumnutzung) noch weitgehend im Dunklen.
Verwendete und weiterführende Literatur Völkl, W. & D. Alfermann (2007): Die Blindschleiche. - Bielefeld (Laurenti Verlag).
Dely, O. G. (1981): Anguis fragilis Linnaeus 1758 – Blindschleiche. - In: Böhme, W. (Hrsg.): Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas. Bd. I Echsen, Wiesbaden (Akademische Verlagsgesellschaft): 241-258.
Günther, R. & W. Völkl (1996): Blindschleiche - Anguis fragilis -. In: Günther, R. (Hrsg.): Die Amphibien und Reptilien Deutschlands. - Jena (Gustav Fischer): 617-631.
Petzold, H.-G. (1995): Blindschleiche und Scheltopusik. - Magdeburg (Westarp Wissenschaften).
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